Der Tod gehört zum Leben – und doch fehlen oft Worte und Wege, um mit Kindern darüber zu sprechen. Erwachsene geraten leicht in Unsicherheit: Wie begleite ich ein trauerndes Kind oder trauernde Jugendliche? Wie kann ein Gespräch über Verlust oder Sterben gelingen, ohne zu überfordern – oder das Thema zu vermeiden?
Mit dem Fachtag „Kinder begegnen dem Tod“ möchten wir Fachkräften, Pädagog*innen, Therapeut*innen und Engagierten einen geschützten Raum anbieten, um Wissen, Haltung und Austausch miteinander zu verbinden.
Vortrag am Vormittag
Chris Paul: Das TrauerKaleidoskop – Facetten von Trauer verstehen
Die erfahrene Trauerbegleiterin und Fach-Autorin Chris Paul eröffnet den Tag mit einem Impulsvortrag über ihr Modell des TrauerKaleidoskops. Dieses anschauliche Konzept zeigt, wie individuell und facettenreich Trauerprozesse verlaufen – und welche Möglichkeiten es gibt, Kinder in ihrer Gefühlswelt achtsam zu begleiten.
Workshops am Nachmittag
Organisatorisches
Ankommen & Stehcafé: ab 9:00 Uhr
Der Deutsche Kinderschutzbund Schaumburg e.V. freut sich auf einen inspirierenden Tag voller Begegnungen, Erkenntnisse und Sensibilität für ein Thema, das uns alle betrifft – und das Kinder besonders brauchen: ehrliche Zuwendung, offene Worte und liebevolle Begleitung.
Jakob – Dammann – Haus
Marienburger Str. 10
31655 Stadthagen
Teilnahmegebühr: 85 €
Inkl. Verpflegung
Getränke, Mittagsimbiss
Zoom-Link wird nach verbindlicher Anmeldung zugesendet
Teilnahmegebühr: 50 €
Am Vormittag finden beide Vortrags-Einheiten von Chris Paul im Hybrid-Format statt. Interessierte haben die Auswahl zwischen Teilnahme in Präsenz und der Online-Teilnahme zu wählen.
Bitte beachten Sie: Für die Online-Teilnehmenden steht ausschließlich der Workshop D zur Verfügung.
A „Das TrauerKaleidoskop“ mit Chris Paul, Trauerbegleiterin, Fachbuchautorin & Dozentin
Keine Angst vor Trauer in der Beratung. Trauer ist ein unvermeidliches Lebensthema und gleichzeitig immer noch ein Tabu.
Keine Angst vor Trauer in der Beratung. Trauer ist ein unvermeidliches Lebensthema und gleichzeitig immer noch ein Tabu… Das ganzheitliche Modell des „TrauerKaleidoskops“ integriert die wesentlichen Theorieansätze, die in den vergangenen Jahrzehnten rund um den Globus zum Thema Trauer entstanden sind. Trauern wird als Prozess definiert, der verschiedene Bereiche des menschlichen Lebens berührt. Die Bereiche des Lebens, die von einem Verlust beeinflusst werden, nenne ich „Facetten des Trauerns“. Das TrauerKaleisdoskop entfaltet seine Wirkung am besten im Gespräch.
Ich möchte die Teilnehmenden sensibilisieren und ermutigen für einen authentischen Kontakt mit trauernden Kindern und Jugendlichen.
Referentin: Chris Paul – Trauerbegleiterin, Fachautorin & Dozentin
Zwei Vortrags-Einheiten (à 45 Min zum TrauerKaleidoskop und zur Trauerversorgung) mit Chris Paul
Trauern ist ein gesunder und normaler Prozess! Menschen können trauern. Trauerwege sind individuell und gleichzeitig beziehen sich alle Trauerwege auf dieselben Themen. Trauern dauert. Trauerwege gehen sich besser in der Gemeinschaft der gewachsenen Beziehungen. Mitmenschliche Unterstützung und respektvolle Zuneigung sind die wichtigsten „Trittsteine“ auf Trauerwegen. Manchen Trauerprozessen liegen so viele „Stolpersteine“ im Weg, dass die zusätzliche Unterstützung durch geschulte Trauerbegleiter*nnen weiterhilft. Trauertheorie sollte mit den Erfahrungen von Trauernden übereinstimmen und leicht verständlich sein. Bei trauernden Kindern und trauernden Jugendlichen ist der Ausdruck von Trauer vielfältig aufgrund der jeweiligen Entwicklungsaufgaben und -Themen.
In meinen Vorträgen teile ich die Grundlagen meines ganzheitlichen Modells vom Kaleidoskop des Trauerns. Sie lernen die bunten Facetten des TrauerKaleidoskops kennen und den Leitgedanken „Trauern ist nicht das Problem – Trauern ist die Lösung“. Ich möchte die Teilnehmenden ermutigen für einen authentischen Kontakt mit trauernden Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus werde ich aktuelle Themen in der Trauerversorgung thematisieren.
Referentin: Chris Paul – Trauerbegleiterin, Fachautorin & Dozentin
B „Ehrliche Worte in schweren Zeiten – mit Kindern über Tod und Suizid sprechen“ Antje Wicke, Trauerland Bremen (Trauerzentrum und Weiterbildung)
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, warum ehrliche Antworten wichtig sind, und wie wir Kindern und Jugendlichen feinfühlig, wahrhaftig und verantwortungsvoll begegnen können – auch dann, wenn es keine einfachen Antworten gibt. Denn Ehrlichkeit – einfühlsam vermittelt – kann Vertrauen und Halt geben.
Wenn wir als Erwachsene mit Kindern über den Tod eines nahestehenden Menschen sprechen, ringen wir nicht selten um die „richtigen“ Worte. Dies gilt umso mehr, wenn die Todesursache ein Suizid ist. Die Sorge, Kinder durch Aufklärung noch mehr zu belasten, führt nicht selten zu Unsicherheit in der Kommunikation.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, warum ehrliche Antworten wichtig sind, und wie wir Kindern und Jugendlichen feinfühlig, wahrhaftig und verantwortungsvoll begegnen können – auch dann, wenn es keine einfachen Antworten gibt.
Zudem betrachten wir die Situation aus der Perspektive der Angehörigen und machen uns auf die Suche nach Möglichkeiten, sie für offene Gespräche mit den Kindern zu stärken.
Denn Ehrlichkeit – einfühlsam vermittelt – kann Vertrauen und Halt geben.
C „Worte finden, im Umgang mit Abschied nehmenden Kindern und Jugendlichen“ mit Elke Peters (Referentin Landesstützpunkt Hospizarbeit & Trauerversorgung Nds.)
Worte finden und Zugänge öffnen zu Kindern & Jugendlichen, die im nahen Umfeld eine Person haben, die palliativ versorgt und voraussichtlich in nächster Zeit sterben wird.
Wenn Worte fehlen – Mit Kindern und Jugendlichen über Krankheit, Sterben und Abschied sprechen
Eine Diagnose, die kurz- oder mittelfristig zum Tod führt, ist in der Regel für alle Beteiligten ein Schock. Ein erster, gut nachvollziehbarer Impuls ist häufig, Kindern und Jugendlichen zunächst nichts zu sagen – aus der Motivation heraus, sie zu schützen und alles Belastende von ihnen fernzuhalten. Gleichzeitig spüren wir, dass dieser Weg nicht der richtige sein kann, und stehen vor der Frage, ob und wie wir diese traurige Nachricht an Kinder und Jugendliche weitergeben können.
Hier setzt der Workshop an und lädt dazu ein, diese und weitere Fragen in den Blick zu nehmen. Gemeinsam betrachten wir, wie Gespräche über Krankheit, Sterben und Abschied altersgerecht, ehrlich und zugleich achtsam geführt werden können. Wir beschäftigen uns mit möglichen Reaktionen von Kindern und Jugendlichen sowie damit, wie sie einfühlsam aufgefangen und begleitet werden können.
Darüber hinaus werden Möglichkeiten und Rituale vorgestellt, die helfen können, Abschied bewusst zu gestalten und der Trauer Ausdruck zu verleihen.
Der Workshop bietet Raum für Austausch, Reflexion und praxisnahe Anregungen. Er unterstützt dabei, mehr Sicherheit und Handlungskompetenz in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Abschiedssituationen zu gewinnen.
Referentin: Elke Peters, Diplom Sozialpädagogin und Systemische Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche (BVT). Sie ist tätig als Referentin beim Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen und im LÖWENZAHN Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in Hannover.
D Nur online-Format! „Gefühlsmonster – Einsatz in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen“ mit Renate Holstein, Dipl.-Pädagogin, erfahrene Trainerin Gefühlsmonster
In diesem Online-Workshop steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kinder in ihrer Trauer einen eigenen, sicheren Zugang zu ihren Gefühlen finden können. Gerade in belastenden Situationen fehlen oft Worte – hier eröffnen die Gefühlsmonster®-Karten einen niedrigschwelligen und zugleich fundierten Zugang.
„Gefühlsmonster – Einsatz in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen“ mit Renate Holstein
In diesem Online-Workshop steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kinder in ihrer Trauer einen eigenen, sicheren Zugang zu ihren Gefühlen finden können. Gerade in belastenden Situationen fehlen oft Worte – hier eröffnen die Gefühlsmonster®-Karten einen niedrigschwelligen und zugleich fundierten Zugang.
Kinder können die Karten in die Hand nehmen, auswählen oder zeigen. Gefühle werden sichtbar und besprechbar, ohne dass sie sofort benannt werden müssen. So entsteht ein geschützter Raum, in dem Ausdruck möglich wird und emotionale Prozesse angestoßen werden können. Gleichzeitig fördern die Karten Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit zur Regulation intensiver Gefühle.
Für Fachkräfte liegt der besondere Nutzen darin, Kinder differenziert zu begleiten: Die Karten unterstützen dabei, Kontakt herzustellen, Gesprächsanlässe zu schaffen und Ressourcen sichtbar zu machen – auch dann, wenn Worte fehlen oder Themen schwer zugänglich sind.
Der Workshop vermittelt zentrale Grundlagen in der Arbeit mit den Gefühlsmonstern sowie direkt umsetzbare Impulse für die Praxis. In kurzen, angeleiteten Übungen erleben die Teilnehmenden die Wirkung der Karten selbst und können sich mit ihren Fachkolleg*innen über die Umsetzung der Erfahrungen auf die Arbeit mit Kindern in Trauer austauschen. So entsteht ein klarer, anwendungsnaher Einstieg, der es ermöglicht, die Gefühlsmonster®-Karten unmittelbar im eigenen beruflichen Kontext einzusetzen.
Referentin: Renate Holstein, Diplom-Pädagogin, zertifizierte Mediatorin und erfahrene Trainerin in der Gefühlsmonster-Akademie
nur Überweisung oder ähnliche digitale Zahlung auf das u.g. Konto mit Überweisung
Kinderschutzbund Schaumburg
Sparkasse Schaumburg
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